S-Pedelec

S-Pedelec

Die schnellen Pedelecs, auch S-Pedelec oder Speed Pedelec genannt, werden den Krafträdern zugeordnet und sind demnach keine Fahrräder mehr. Die S-Pedelecs funktionieren, wie Pedelecs auch, das heißt der Fahrer muss immer noch selbst in die Pedale treten. Allerdings hört die Motorunterstützung bei einem S-Pedelec erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h auf. Der Motor darf maximal über eine Nenndauerleistung bis zu 4.000 Watt, höchstens eine vierfache Unterstützung der Fahrerleistung (Tretkraftunterstützung von max. 400 %) haben. Rechtlich müssen einige Besonderheiten berücksichtigt werden: Eine Betriebserlaubnis (COC Zertifikat) beziehungsweise eine Einzelzulassung des Herstellers ist notwendig. Fahrer müssen ein Versicherungskennzeichen anbringen und brauchen einen Roller-Führerschein. Beim Fahren ist ein geeigneter Helm (Norm ECE-R 22-05) vorgeschrieben. Radwege dürfen nicht genutzt werden. Weiterhin ist das Mitführen eines Verbandspackerl Pflicht. Das S-Pedelec muss zudem regelmäßig zur Begutachtung (§57a Begutachtung) vorgeführt werden.

Helmpflicht:

Laut deutschem Gesetz ist bei schnellen e-Bikes ein "geeigneter Schutzhelm" zu tragen. Dieser wäre nach strenger Auslegung gemäss der ECE-Richtlinie Nr. 22 ein Mofa- oder Motorradhelm, also ein typgeprüfter (Kraftrad-)Helm. In der Realität ist dieser Sachverhalt allerdings recht unklar. Daher überlässt es der Gesetzgeber der Industrie "geeignete Helme" also typgeprüfte Helme bereit zu stellen. 

Auszug aus § 21a StVO:

"Vorgeschrieben sind geeignete Schutzhelme. Amtlich genehmigt und damit auch geeignet sind entsprechend der ECE-Regelung Nr 22 gebaute und mit Prüfzeichen versehene Helme. Bis auf Weiteres dürfen auch nicht genehmigte Schutzhelme verwendet werden, soweit sie ausreichende Schutzwirkung aufweisen. Ungeeignet sind nach diesen Maßstäben Helme irgendwelcher Art wie z.B. Bauarbeiterhelme, Feuerwehr-, Radfahrhelme oder Helme der Bundeswehr, weswegen Fahrten mit solchen Helmen verboten sind. Ungeeignet ist ein Schutzhelm auch dann, wenn er zwar amtlich genehmigt (geeignet) ist, aber nicht für die Kopfgröße des Betroffenen passt oder andere seine Schutzwirkung beeinträchtigende Mängel aufweist.

S-Pedelecs – aktuelle Bestimmungen zusammengefasst

  • verkehrsrechtlich als Krafträder eingestuft (Klasse L1e-B bei Zweirädern und L2e bei Dreirädern)
  • Rollerführerschein (AM oder höher)
  • Versicherung + Kennzeichen nötig
  • Verbandspackerl muss mitgeführt werden
  • COC Zertifikat ist zur Erstzulassung notwendig und kann beim Händler oder Hersteller angefordert werden
  • Motorleistung: maximale Nenndauerleistung bis zu 4.000 Watt, höchstens eine vierfache Unterstützung der Fahrerleistung (Tretkraftunterstützung von max. 400 %)
  • Pflicht (Fahrzeug): Rückspiegel, gelbe Seitenrückstrahler, beleuchtetes Versicherungskennzeichen, Hupe, Seitenständer (bei unter 35 Kilogramm muss dieser nicht von selbst einklappen), Bremslicht, mehrspurige S-Pedelecs: Blinker und Füllstand der Bremsanlage
  • Pflicht (Alltag): Helmpflicht (ein „geeigneter Schutzhelm“), Anhänger sind verboten. Kindersitze sind erlaubt (maximale Zuladung unbedingt beachten!)
  • Radwege: niemals, auch nicht außerorts, auch nicht, wenn für Mofas oder e-Bikes freigegeben. Einbahnstraßen: nur in Fahrtrichtung, auch wenn für Radfahrer die Gegenrichtung freigegeben ist. Feld- und Waldwege mit Schild „Durchfahrt verboten“ (roter Kreis auf weißem Grund) sind tabu (auch mit ausgeschaltetem Motor)
  • Licht: permanent mit Licht fahren
  • Bauliche Veränderungen: die verwendeten Bauteile müssen immer der Betriebserlaubnis entsprechen
  • Alkohol: wie beim Auto 0,5 Promille
  • Das S-Pedelec muss regelmäßig zur Begutachtung §57a vorgeführt werden
Zu den e-Bike Experten von e-motion Technologies in Österreich